Projektbeschreibung

Das Projekt entwirft einen Atlas der Wissensproduktion über Weltregionen in Deutschland und den Verflechtungen der Einrichtungen in Deutschland (bzw. von Deutschland maßgeblich gefördert). Mit der „Wissensproduktion über Weltregionen“ sind insbesondere transregionale Studien, vergleichende Area Studies und Global Studies gemeint. Der Fokus auf transregionale Entwicklungen und Perspektiven rekurriert dabei ausdrücklich auf ein in Beziehung-Setzen zu den Regionalstudien/Area Studies und keine Gegenüberstellung. Es sind gerade die Area Studies, die in den letzten Jahren solche transregionalen Fragestellungen vorangetrieben und damit Transformationen des Wissenschaftssystems in Gang gesetzt haben, die in unterschiedlichem Maße bereits auf die anderen Geistes- und Sozialwissenschaften ausgreifen.

Für das Wissensfeld „transregionale Studien, vergleichende Area Studies und Global Studies“ fehlen bisher datenbasierte empirische Erkenntnisse über seine institutionelle und personelle Vielfalt sowie die Verbindungen zu anderen Teilen der Welt. Für den Atlas führen wir daher eine breite Datenerhebung und -auswertung durch und nutzen Quellen wie Jahresberichte, Tagungen oder Onlineauftritte, aber auch insbesondere Publikationen in Fachzeitschriften und ferner Monographien und Sammelbände. Die Publikationen werten wir bibliometrisch aus. Zudem planen wir Fokusgruppen-Interviews.

Hinzu kommen drei große Herausforderungen für dieses Wissensfeld, die zusätzliche Forschungsfragen aufwerfen und für die wir den Umgang der Akteure damit untersuchen:

  • In den Sozial- und Geisteswissenschaften wird an vielen Stellen an der Überwindung des de facto eurozentrischen Universalismus (ebenso wie vergleichbare Zentrismen in anderen Weltgegenden) und den Asymmetrien in der globalen Wissensproduktion gearbeitet. Gleichzeitig gibt es deutliche Anzeichen, dass die Marginalisierung nicht-westlichen Wissens dennoch eher noch zugenommen hat.
  • Der Klimawandel und knapper werdende Ressourcen zeigen die Notwendigkeit einer stärkeren Zusammenarbeit von Natur- und Geisteswissenschaften auf.
  • Digitalisierung, Datenproduktion und künstliche Intelligenz verlangen auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften nach neuen Wegen des Umgangs mit Daten in Bezug auf Erhebung, Archivierung, Austausch und Zusammenarbeit.

Alle gewonnenen Daten werden formalisiert und anschließend in Form von Karten visualisiert. Unsere Ergebnisse stellen wir innerhalb der Fachcommunity zur Diskussion.

In einem weiteren, zweiten Schritt erarbeiten wir einen Atlas der Transformationen in der internationalen Wissensproduktion über transregionale Prozesse und globale Herausforderungen. Hierfür planen wir ein Mapping der mit anderen Weltregionen befassten Einrichtungen weltweit, eine Datenerhebung ihrer Publikations- und Tagungstätigkeiten, eine Auswertung ihres konzeptionellen Vokabulars und ein Abgleichen mit den Erhebungen internationaler Tagungen wie beispielsweise den UNESCO World Congresses on Social Sciences and Humanities.

Beide Atlanten zusammen zeigen den Vergleich zwischen einerseits jenen intellektuellen und institutionellen Entwicklungen, die von Deutschland aus angestoßen wurden oder dank Vernetzung zu Quellen der Inspiration für das deutsche Wissenschaftssystem werden, sowie andererseits jenen Entwicklungen, die sich außerhalb dieses Netzwerkes abspielen und gegebenenfalls für die künftige Entwicklung beachtet werden müssten. Die erhobenen Datensätze werden bei Publikationen der Projektergebnisse (im Sinne einer Überprüfbarkeit im Review-Prozess) mitgeteilt und mit Projektabschluss (im Sinne einer open data policy) zugänglich gemacht.

Für den gesamten Forschungsprozesses ist eine intensive Beratungstätigkeit für den Fördermittelgeber BMBF angedacht. Ebenso planen wir eine breit angelegte Wissenschaftskommunikation, die sowohl die verschiedensten gesellschaftlichen Akteure anvisiert als auch der Vernetzung der untersuchten Einrichtungen dient.

Projektleitung

Prof. Dr. Matthias Middell

Prof. Dr. Matthias Middell

Institutsgebäude
Emil-Fuchs-Straße 1
04105 Leipzig

Telefon: +49 341 97-30040
Telefax: 03419731130040

Projektbearbeitung

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Dr. Carolina Rozo Higuera

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Leipzig Research Centre Global Dynamics (ReCentGlobe)
Strohsackpassage
Nikolaistraße 10, Raum 4.05
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37846

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Dr. Kathleen Schlütter

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Leipzig Research Centre Global Dynamics (ReCentGlobe)
Nikolaistraße 6-10 (Strohsackpassage), Raum 4.05
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37846