Die Graduate School Global and Area Studies (GSGAS) an der Universität Leipzig lädt junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt ein, sich an einem faszinierenden Projekt zu beteiligen, das global angelegt und sowohl inter- als auch postdisziplinär ausgerichtet ist.

Die Graduate School baut bei der strukturierten Ausbildung von Promovierenden auf eine zwanzigjährige Tradition des Zusammenwirkens von Raum- und Geschichts-, Sozial- und Kulturwissenschaften auf. Die Graduate School zählt durchschnittlich 120 Mitglieder aus mehr als 40 Staaten. Jährlich beginnen etwa 20 Doktorandinnen und Doktoranden ihre Dissertationsprojekte an der GSGAS und eine ähnlich große Zahl schließt jedes Jahr die Promotion erfolgreich ab. Ein Ausbildungsprogramm, das aus interdisziplinären Forschungsseminaren, Kolloquien und Arbeitsgruppen sowie Sommer- und Winterschulen besteht, begleitet die Forschung für die Dissertation.

Graduate School Global and Area Studies (GSGAS) at Leipzig University

Forschungsagenda

Globalisierung ist zu einem Schlagwort der politischen Kommunikation geworden. In vielen Diskursen erscheint sie als drastische Ursache für die heutigen Prozesse und Konflikte. Unser Ansatzpunkt ist ein anderer: Globale Zusammenhänge haben eine ebenso lange Geschichte wie die Reaktionen von Gesellschaften auf die Rentabilität oder befürchtete Verluste von Souveränität weitreichende historische Wurzeln haben. Es lohnt sich, die unterschiedlichen historischen Formen dieser Verflechtungen und den Umgang mit ihnen zu untersuchen.

Globale Ströme von Menschen, Gütern, Ideen, Kapital etc. stellen bestehende Formate gesellschaftlicher Selbstorganisation und Territorialisierung rund um den Nationalstaat in Frage. Sie führen aber nicht zu einer völlig grenzenlosen und flachen Welt. Im Gegenteil, wir beobachten immer wieder Prozesse der Re-Territorialisierung, doch nicht unbedingt die Verteidigung ihrer historischen Formen, sondern eine innovative Suche nach neuen Regimen der Territorialisierung - daher das Interesse an den Unterschieden zwischen Imperium und Nation oder zwischen Nationalisierung und Transnationalisierung sowie an der Rolle von Regionalisierungen (innerhalb und jenseits der Ebene von Nationalstaaten) oder von Netzwerken über Kontinente und Ozeane hinweg.

Während De- und Reterritorialisierung andauernde dialektische Prozesse sind, die durch die verschiedenen globalen Ströme auf der einen Seite und die Suche nach Wegen zu deren Beherrschbarkeit, zur Wiederherstellung von Souveränität, bestimmt werden, gibt es historische Momente, in denen Konflikte um neue räumliche Rahmenbedingungen sozialer Interaktion und Integration, die an sehr unterschiedlichen Orten stattfinden, tatsächlich zusammenfallen. Diese kritischen Momente der Globalisierung sind für die Graduate School von besonderem Interesse.

All dies sind Fragen und Themenfelder, mit denen sich auch das Research Centre Global Dynamics (ReCentGlobe) der Universität Leipzig intensiv befasst. Seine Forschenden sind eng verbunden mit der Graduate School. Mehr über ReCentGlobe erfahren