Veranstaltung am

Veranstaltungsort: Vortragssaal der Universitätsbibliothek Albertina

Institutsvortrag des Historischen Seminars zum Wintersemester 2022/23
Dozentin: Frau Prof. Dr. Angelika Epple (Universität Bielefeld)

Metanarrative des historischen Wandels sind aus der Mode gekommen. Die Zukunft, das sagt der gesunde Menschenverstand, lässt sich weder vorhersagen noch durch menschliche Planung steuern. Ist der historische Wandel nur ein Zufallsprodukt? Ist er ein ungewollter Nebeneffekt menschlichen Handelns? Sind Nebeneffekte die eigentlichen Triebkräfte der Geschichte?

Am Beispiel des 'Rasse'diskurses von Fernando Ortíz zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigt Angelika Epple, wie mithilfe von Vergleichspraktiken gesellschaftliche und weltregionale Ordnungen zugleich stabilisiert und dynamisiert wurden. Aus dem Fallbeispiel leitet sie einen Vorschlag ab, wie Geschichte einerseits als ein gerichteter Prozess verstanden werden kann, ohne andererseits die inhärente Anarchie, Unzulänglichkeit und Heterogenität menschlichen Handelns zu vernachlässigen. 

Die Veranstaltung wird vom Historischen Seminar der Universität Leipzig organisiert.