Veranstaltung am

Veranstaltungsort: Bibliotheca Albertina (Vortragssaal)

Migration und Flucht sind zu Alltagsphänomenen geworden.
Auch das vergleichsweise wohlhabende Mitteleuropa
steht unter ihrem Druck. Selbst hier gelangen
Migranten und Flüchtlinge, wenn sie Einlass finden,
selten zu sozialer Gleichstellung. Ein Flickenteppich
von sozial, ethnisch und sexuell Benachteiligten durchzieht
die Gesellschaft. Indessen schicken sich die globalen
Plattformgiganten an, eigene informelle Gemeinwesen
zu konstituieren – quer zu staatlichen Gebilden.
Um so dringlicher stellt sich die Frage der Zugehörigkeit.
Die politische Rechte beantwortet sie mit der Forderung
nach Wiederherstellung homogener Volks- und Staatsgemeinschaften.
In dieser Situation legt eine ratlose
neoliberale Politik Programme zur Erforschung und
Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts auf,
während in der Psychologie Konzepte frühkindlicher
Bindung an die Eltern oder ihre Repräsentanten für
seelische Stabilität sorgen sollen. Sind diese Bestrebungen
legitime Notwehr, oder lenken sie bloß von der
Grundlage der Misere ab?