Das Ziel dieses Projekts ist es, die Präferenzen junger Menschen in Polen und Deutschland hinsichtlich ihrer Nutzung der Kulturräume des jeweils benachbarten Landes zu erfassen und die Faktoren zu identifizieren, die diese Präferenzen leiten. Der Begriff Kulturraum bezieht sich dabei auf kulturelle Objekte und Ereignisse an einem spezifischen Ort im geografischen Raum. Wir glauben, dass die Variablen, die für die Teilnahme am kulturellen Raum eines Nachbarlandes verantwortlich sind, Erkenntnisse über den Zusammenhalt und das Zusammenwachsen von Menschen aus verschiedenen Ländern liefern können und Hinweise darauf geben, welche Aspekte die politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland beeinflussen. Zu den Gründen, die wir berücksichtigen, zählen deshalb nicht nur jene, die direkt mit einem Kulturraum assoziiert werden, wie dessen Einzigartigkeit, außergewöhnlicher ästhetischer und historischer Wert oder die Vielzahl an Angeboten, sondern auch Aspekte, die mit Vorurteilen, Stereotypen, Sicherheitsbedenken sowie wirtschaftlichen und räumlichen Gegebenheiten in Zusammenhang stehen. Zudem gehen wir davon aus, dass geografische Bedingungen wie Entfernung, gute Erreichbarkeit und die Art der kartografischen Darstellung einzelner Kulturstätten, Einfluss darauf haben, wie und vom wem diese wahrgenommen und genutzt werden. 

Die geplante Forschung ist interdisziplinär angelegt und basiert auf Methoden der Geografie und Soziologie. Sie umfasst Analysen bestehender Materialien, eine Online-Umfrage und kartografische Methoden. Wir gehen davon aus, dass die Daten, Ergebnisse im Bereich des sozialen und kulturellen Wandels für junge Menschen in Polen und Deutschland liefern können und möchten mit diesem Projekt einen Beitrag zur Entwicklung von Empfehlungen und Lösungen für eine wirksame Darstellung kultureller Räume leisten.